E-Mission impossible!
Wenn es stinkt, dann ist das eine Emission. Soviel steht fest. Doch in der Welt der Emissionen müssen sich Betriebsärztinnen und Betriebsärzte noch mit soviel mehr beschäftigen, als mit schlechten Gerüchen. Immerhin, was stinkt, kann man meiden und was mies riecht, ist selten gut für unsere Gesundheit, das jedenfalls sagt uns unser Ur-Instinkt. Doch leider warnt er uns nicht davor, wenn Kohlendioxyd oder Stickstoff so konzentriert auftreten, dass die Gase unsere Gesundheit oder gar unser Leben bedrohen. Auch verfügt unser Körper über kein Sinnesorgan, dass Radioaktivität wahrnehmen kann. Viele Gase, Dämpfe, Stäube oder Abgase können im menschlichen Körper viel Unheil anrichten, ohne dass vorher ein Sinnesorgan den Menschen vor der drohenden Gefahr warnen würde. In der Arbeitswelt werden diese fehlenden Sinnesorgane durch Betriebsärztinnen und Betriebsärzte ersetzt. DOKTUS weiß mehr darüber.
Stoffliche Emissionen
Zwar suggeriert stofflich, dass man die Emissionen irgendwie anfassen oder irgendwie wahrnehmen kann. Doch tatsächlich handelt es sich bei solchen Emissionen um Materie – in unterschiedlichen Aggregatszuständen. Gase sind oft völlig geruchslos, genauso geruchlos, wie manche Stäube oder Dämpfe. Stäube sind im Gegensatz zu Gasen Feststoffe, die allerdings aus mikroskopisch kleinen Partikeln bestehen. Doch wenn es sich bei diesen Partikeln beispielsweise um Glas handelt, wird es knifflig, wenn sie eingeatmet werden. Das ist jedem klar, der sich schon einmal an einer Glasscherbe geschnitten hat. Nun lassen sich in einem Produktionsprozess nicht alle Emissionen ausschließen. Ein einer Glasbläserei kommt es notgedrungen zu einer Emission mit Glasstäuben. An der Betriebsmedizin ist es nun, in der Gefährdungsbeurteilung die Grenzwerte zu bestimmen und darauf zu achten, dass sie eingehalten werden. Da eine Null-Emission schon aufgrund des beschriebenen Arbeitsplatzes nicht möglich ist, müssen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer anderweitig geschützt werden. Und dieser Schutz heißt unter anderem Vorsorgeuntersuchung. Anhand der Vorsorgeuntersuchungen erkennen Betriebsärztinnen und Betriebsärzte, ob sich gesundheitliche Veränderungen zeigen. Wenn das passiert, hat das mehrere Konsequenzen. Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter muss sich gegeben Falls einer ärztlichen Behandlung unterziehen und wird von dem Arbeitsplatz abgezogen. Gleichzeitig muss der Betriebsarzt überprüfen, ob die Gefährdungsbeurteilung an dieser Stelle überarbeitet werden muss.
Die gefährlichsten Emissionen
Der Vergleich mit dem Kindergarten zeigt, warum gefährlich scheinende Berufe nicht unbedingt unfallträchtig sein müssen. Die große Gefahrenquelle ist stets der Zufall. Unfallvermeidung arbeitet auch darauf hin, das Element Zufall so stark wie möglich einzuschränken. Hinzu kommt, dass jemand, der sich bewusst ist, in einem gefährlichen Beruf zu arbeiten, eine viel höhere Aufmerksamkeit zeigt, als jemand, der seinen Beruf für völlig ungefährlich hält, und dann im Büro – siehe oben – über die Teppichkante stolpert.
Vorsicht: Krebsgefahr
Als gefährlichste Emissionen gelten Schweißgase. Beim Schweißen werden Metalldämpfe freigesetzt, etwa von Eisen, Chrom oder Nickel. Es kann zu dem branchenüblichen Metallfieber kommen, das ähnlich Symptome wie bei einer Grippe zeigt. Es kann aber auch ernster werden. So sind chronische Atemwegserkrankungen bei Schweißern durchaus nicht unüblich. Doch auch das Krebsrisiko steigt deutlich an, wenn man täglich und viel schweißen muss.
Gleich hinter dem Schweißen kommt das Löten. Auch hier entstehen giftige Metalldämpfe, etwa von Blei oder Kupfer, aber auch Dämpfe vom harzhaltigen Flussmittel fürs Löten, Kolophonium. Zudem werden Formaldehyd, Phenol und Kohlenmonoxid freigesetzt. Hier können unter anderem Allergien und Nervenschäden entstehen. Auch Reizungen der Atemwege und der Augen sind möglich.
Auf Platz drei der gefährlichsten Emissionen stehen Dieselabgase. Auch sie stehen im Verdacht, Krebs zu erregen. Atemwegserkrankungen und eine Belastung des Herz-Kreislaufsystems sind ein Thema wenn es um Dieselabgase geht.
Weitere Emissionen
Es gibt noch weitere, nichtstoffliche, Emissionen, deren Folgen meist nicht so drastisch sind, wie bei stofflichen Emissionen, mit einer Ausnahme. Radioaktive Emissionen, also Strahlenbelastungen, können ebenfalls drastische Folgen haben, etwa Krebserkrankungen. Bei Lärm- und Lichtemissionen ist das hingegen eher nicht der Fall. Allerdings steht die Vermeidung von Lärm-Emissionen bei Betriebsärztinnen und Betriebsärzten auch hoch auf der Prioritätenliste. Zu viel Lärm oder beständiges Nichteinhalten von Grenzwerten kann zu schweren Hörschäden und im Extremfall sogar zum Verlust des Gehörs führen.
Im Vergleich dazu spielen Lichtemissionen in der Betriebsmedizin eine eher untergeordnete Rolle. Über zu viel Licht wird am Arbeitsplatz eher selten geklagt. Da geht es, im Gegenteil, meist um etwas mehr Licht.
Trotzdem gibt es Situationen, da ist es wichtig, die Augen vor zu viel Licht zu schützen – und auch da ist das Schweißen wieder ganz vorne dabei. Ungeschützt in eine Schweißflamme zu sehen, kann zu schweren Augenschäden führen.
Peter S. Kaspar
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KI - Lust oder Last in der Betriebsmedizin, Pakorn Supajitsoontorn
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