Ehe der Blitz einschlägt

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Klimawandel und Arbeitssicherheit – DOKTUS klärt auf – Bildquelle: Fotolia

Es ist eine unbestrittene Tatsache: Das Wettergeschehen hat sich in den letzten Jahren immer dramatischer gestaltet. Schon ein Blick auf die Zahlen der Versicherer lässt keinen anderen Rückschluss zu. Diese lassen nämlich keinen Zweifel daran, dass Extremwetterereignisse wie Starkhagel oder Hitzeperioden 2023 hierzulande auf Rekordniveau gestiegen sind. Auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat reagiert. Sie kann zwar Katastrophen nicht ungeschehen machen, aber schon im Vorfeld dazu beitragen, dass die Folgen gemindert werden können. DOKTUS hat sich mal genauer angesehen, was der Klimawandel für Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit und den Arbeitsschutz hat.

DGUV geht an die Schulen

Aufklärung und Prävention sind die entscheidenden Faktoren, wenn es darum geht, die katastrophalen Folgen eines schweren Unwetters so gering wie möglich zu halten. So sollten bestimmte Verfahren und Verhaltensweisen schon in frühen Jahren eingeübt und verinnerlicht werden. Aus diesem Grund stellt die DGVU Unterrichtsmaterialien für berufsbildende Schulen zur Verfügung. Jugendliche lernen auf diese Weise schnell und unkompliziert, wie sie auf ein Unwetter richtig reagieren.

BG Bau setzt auf APPs

Die Berufsgenossenschaft Bau ist naturgemäß mit am meisten betroffen, wenn es zu schweren Unwettern kommt. Viele ihrer Mitglieder arbeiten im Freien und sind den Unbillen des Wetters ausgeliefert. Deshalb rät die BG Bau, auf Baustellen die zuverlässigsten Wetter-Apps zu nutzen, um genau zu sehen, wann ein Unwetter naht und um rechtzeitig alle Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

 

 

 

 

Die Angst vor den Blitzen

Besonders gefürchtet sind Blitze auf Baustellen. Das kommt nicht von ungefähr. Kräne beispielsweise, hoch und aus Metall, ziehen Blitze fast magisch an. Auch Gerüste, freistehend oder an Außenwänden, sind immer Kandidaten für einen Blitzschlag. Daher gilt eine Grundregel: Wenn der erste Arbeiter auf einem Gerüst Donner hört oder Blitz sieht, haben alle das Gerüst zu verlassen und Schutzräume aufzusuchen. Auch Arbeiter, die in Kanälen oder Gruben arbeiten, sollten sich möglichst schnell aus dem Staub machen. Sturzflutartige Regenfälle können Baugruben schnell zu einer Todesfalle werden lassen.

Vorsorgen gegen Überspannungen

Doch Blitze gefährden nicht nur Leben und Gesundheit von Menschen. Auch technische Einrichtungen sind durch Blitze gefährdet. So rät die BG Bau auch dann, wenn es gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, Blitzschutzeinrichtungen zu installieren. Überspannungen durch Blitzeinwirkungen können erhebliche Sachschäden verursachen, die im Extremfall auch wieder Verletzungen bei Menschen nach sich ziehen können.

Nicht nur Unwetter sind eine Gefährdung

Doch auch wenn es nicht blitzt und donnert, stellt der Klimawandel die Bemühungen um Arbeitssicherheit vor neue Herausforderungen. Die Sommer der letzten Jahre haben mit zum Teil langen und extremen Hitzeperioden bereits angedeutet, was die Zukunft mit sich bringt. Der Arbeitsschutz im Freien muss völlig neu gedacht werden. Einerseits geht es um die körperliche Belastung durch Hitzeeinwirkung, andererseits muss auch die Strahleneinwirkung durch eine erhöhte UV-Strahlung bedacht werden. Schönwetter-Perioden, die der Bauwirtschaft einst viel Arbeit beschert haben, sind vielleicht gar nicht mehr so schön.

Peter S. Kaspar