Die inneren Werte

Blutdruck

Puls und Blutdruck, das sind die beiden Werte, die am häufigsten gemessen werden und auch die ersten und wichtigsten Indikatoren dafür sind, ob mit dem Körper alles in Ordnung ist oder ob etwas nicht stimmt. In der Betriebsmedizin sind sie besonders aussagekräftige Werte über Arbeitsbedingungen und Arbeitsplatz. Viele Unternehmen setzen daher auf ein gesundheitliches Monitoring ihrer Mitarbeitenden auf freiwilliger Basis, das über die bekannten Vorsorgeuntersuchungen durch die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt hinausgeht. Durch einen niedrigschwelligen Zugang zu Blutdruck-Messgeräten – etwa im Pausenraum – werden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dazu ermuntert, selbst ihre Vitalfunktionen regelmäßig zu überprüfen. Doch was heißt regelmäßig? Und was bedeuten die Ergebnisse eigentlich? Antworten darauf gibt DOKTUS.

Was bedeutet was?

Beim Puls ist es einfach. Sobald man eine Arterie am Handgelenk oder dem Hals ertastet hat, beginnt man zu zählen – und nach einer Minute hört man wieder auf. Dann weiß man, wie hoch der Puls ist. Einen hohen Puls spürt man auch, wenn einem buchstäblich das Herz bis zum Halse schlägt. Dass der Puls bei Ärger oder körperlicher Leistung hoch geht, ist vollkommen normal und auch kurzfristige Spitzen sind nicht gefährlich. Ein normaler Puls liegt bei etwa 60 bis 80 Schlägen pro Minute.
Schwieriger wird es da schon mit dem Blutdruck. Während ein hoher Puls deutlich spürbar ist, ist der Blutdruck sozusagen unsichtbar. Dafür besteht er aber gleich aus zwei Werten; dem systolischen und dem diastolischen Druck, bisweilen auch der obere und der untere Wert genannt. Keinen der beiden Werte kann man einfach per Handauflegen messen. Dazu bedarf es eines Blutdruck-Messgerätes. Wenn dieses 120:80 anzeigt, dann ist das nahezu ein idealer Wert. Etwa ein Drittel der Bundesbürger leidet aber an einer Hypertonie, das heißt, an Bluthochdruck. Und die kann – je nach Schwere – schlimme Folgen haben.

Wie hängen Puls und Blutdruck zusammen?

Meist ist es so, dass mit dem Puls auch der Blutdruck steigt: Das passiert regelmäßig bei schwerer körperlicher Arbeit, bei Ärger und Aufregung oder im Kino beim Gruselfilm. Aber es gibt durchaus auch Situationen, an denen Puls und Blutdruck entkoppelt sind. Und die sind nicht ganz ohne. Die Kombination von hohem Blutdruck und niedrigem Puls kann auf den Gebrauch von Betablockern hinweisen – oder auf eine Herzleistungsstörung. Ist der Blutdruck dagegen niedrig und der Puls sehr hoch, kann das auf eine Dehydrierung oder auf eine Kreislaufschwäche hindeuten. Tatsächlich kann das der Indikator für einen unmittelbar bevorstehenden Kreislaufzusammenbruch sein. Wenn Blutdruck und Puls im Keller sind, dann kann das auf Herzprobleme hindeuten – oder auf starke Aktivitäten des Parasympathikus, also jener Region im Gehirn, die für die Entspannung zuständig ist.

Vorsorge Bildschirm G 37

Was ist gesund und was ist gefährlich?

Solange der Ruhepuls unter einhundert Schlägen liegt, ist das gesundheitlich kein größeres Problem. Liegt er dauerhaft darüber, dann sollte sich das ein Arzt ansehen. Ältere haben in der Regel einen etwas höheren Puls als Jüngere. So ist bei über 65jährigen ein Ruhepuls von 85 durchaus normal. Doch kommt es beim Puls nicht nur auf die Zahl der Schläge in der Minute an, sondern auch auf die Regelmäßigkeit. Fehlt die, kann das auf Herzrhythmusstörungen hinweisen, die für sich gesehen schon gefährlich sind.
Beim Blutdruck ist es nicht ganz so einfach. Während der systolische Druck den Spitzenwert – also den höchsten Druck im Blutkreislauf anzeigt, wird der diastolische am Punkt der größten Entspannung des Herzens genommen. Er zeigt also die Mindestbelastung der Blutgefäße und des Herzens an. Daher wird dem niedrigeren Wert eine höhere Bedeutung zugemessen. Die Maßeinheit ist übrigens mmHg, was Millimeter Quersilbersäule heißt.
Liegt der Blutdruck beim 130:90 ist er leicht erhöht und ein Blick auf den Lebensstil kann sich schon mal lohnen, beim 145:95 spricht man schon von einer leichten Hypertonie. Ab 150:100 sollte der Arzt schon mal genau hinschauen. Eine Therapie ist dann schon angesagt. Bei 160:110 spricht man von einer schweren Hypertonie, die dringend ärztlicher Behandlung bedarf.
Im Übrigen spielt auch der Korridor zwischen systolischem und diastolischem Wert eine große Rolle. Der sollte etwa bei 40 mmHg liegen. Liegt er deutlich darüber, kann das an Gefäßsteifigkeit liegen, oder an einem Problem mit den Herzklappen. Das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt ist erhöht. Ist der Druckunterschied kleiner als 30 mmHg, ist das auch nicht gerade gesund. Das deutet auf Herzschwäche, schwere Erschöpfung oder einen Kreislaufkollaps hin.

Wie oft soll man messen?

Wenn am Arbeitsplatz ein Blutdruck-Messgerät zur Verfügung steht, ist das nicht die Aufforderung, jeden Morgen den Ärmel hochzukrempeln und zu messen. Zwei bis vier Mal im Jahr reichen völlig aus. Doch wenn sich dann ungewöhnliche Werte zeigen, sollte das beobachtet werden. Den Puls kann man dagegen häufiger messen. Das muss noch nicht einmal regelmäßig sein. Interessanter ist ein situationsbedingtes Messen, etwa nach körperlicher Anstrengung oder bei erhöhtem Stress.

Peter S. Kaspar

Bildquelle: Fotolia

Blutdruck
Ausschuss
Digitalisierung
schnee
Wärmeschutz
BEM