Gute Sache – kaum bekannt: Kuren für Kinder

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Kinder-Reha: Schon sechs Monatsbeiträge bringen Erholung

Eine Rehabilitation, umgangssprachlich Kur, wird meist mit Personen in Verbindung gebracht, die nach einem Unfall oder einer schweren Krankheit wieder zurück in die Spur finden wollen. Reha-Maßnahmen, die dabei von der Deutschen Rentenversicherung bezahlt werden, dienen meist der Wiederherstellung der Arbeitskraft, um zurück in den Job oder wenigstens auf den Arbeitsmarkt zu gelangen. Doch auch an die „Arbeitskräfte der Zukunft“ ist das Angebot gerichtet. In Kinderreha-Kliniken lernen chronisch kranke Kinder, wie sie mit ihrer Krankheit besser umgehen können.

Die Rentenversicherer bieten Kindern, die erheblich erkrankt sind oder deren Gesundheit in hohem Maße gefährdet ist, spezielle Rehabilitationsleistungen an. Voraussetzung: Es besteht die Chance, dass sich die Gesundheit dadurch bessert oder vielleicht sogar vollständig wiederhergestellt werden kann. Das gilt beispielsweise für Krankheiten der Haut, des Herz-Kreislauf-Systems, von Leber, Magen oder Darm oder der Nieren- und Harnwege. Ferner bei Allergien, Krebserkrankungen oder neurologischen Erkrankungen wie zum Beispiel Epilepsie. Aber auch Sprachentwicklungsstörungen oder Übergewicht können in solchen Einrichtungen behandelt werden.

Sechs Monatsbeiträge reichen

Um die Kinder-Reha beantragen zu können, muss ein Elternteil in den vergangenen zwei Jahren wenigstens sechs Monate lang Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Oder zum Zeitpunkt der Antragstellung muss die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt sein. Das alles gilt auch für Großeltern, wenn diese das Kind in den Haushalt aufgenommen haben oder überwiegend unterhalten. Und: Auch Kinder und Jugendliche, die eine Waisenrente erhalten, sind anspruchsberechtigt.

Antrag stellen

Den „Antrag auf Leistungen zur Rehabilitation für Kinder“ stellen die Eltern bei ihrem Rentenversicherungsträger oder bei ihrer Krankenkasse. Im Regelfall wird dabei der Kinderarzt die Eltern in Fragen rund um die Reha unterstützen. Die Formulare gibt es bei den Rentenversicherungsträgern, bei den Auskunfts- und Beratungsstellen der Rentenversicherung und den Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation sowie bei den gesetzlichen Krankenkassen.

Ist ein Antrag bewilligt, dann teilt die Rentenversicherung den Ort, die Reha-Einrichtung, die Dauer und die Art der Rehabilitation mit. Die Klinik selbst gibt den genauen Zeitraum bekannt. Eltern können bei der Antragstellung ihre Wünsche zur Region, zum Ort oder zu einer speziellen Reha-Einrichtung angeben. Die Deutsche Rentenversicherung berücksichtigt diese Wünsch soweit das medizinisch möglich und finanzierbar ist. Sollten Eltern mit der vorgeschlagenen Klinik nicht einverstanden sein, können sie innerhalb eines Monats schriftlich Widerspruch einlegen.

Meist vier Wochen

Eine Kinder-Kur dauert meist vier Wochen. Wenn es nötig wird, kann verlängert werden. Zu Beginn wird ein individueller Reha-Plan erstellt, in dem medizinische, psychologische, pädagogische und physiotherapeutische Leistungen enthalten sind. Kinderärzte, Kinderkrankenschwestern, Psychologen, Physiotherapeuten und Diätberater sind nach Bedarf beteiligt. Die Kinder werden in altersgemäßen Gruppen betreut. Ein ungewöhnlich erscheinender Vorgang: Schulkinder erhalten in den Hauptfächern Unterricht. Sie lernen zusammen mit Kindern derselben Klassenstufe und desselben Schultyps.

Kosten

Die Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung, ärztliche Betreuung, therapeutische und medizinische Anwendungen übernimmt die Rentenversicherung. Es müssen keine Zuzahlungen geleistet werden. Die Rentenversicherung bezahlt auch eine Begleitperson; im Regelfall bei Kindern im Vorschulalter oder bei behinderten Kindern. Neben den Reisekosten und die Kosten für Unterkunft und Verpflegung gleicht die Rentenversicherung auch den entgangenen Verdienst des Elternteils aus. Sogar die Aufwendungen für eine Haushaltshilfe können für die Zeit der Abwesenheit übernommen werden. Das zum Beispiel dann, wenn ein Geschwisterkind unter zwölf Jahren im Haushalt lebt, das nicht durch den anderen Elternteil oder durch eine andere im Haushalt lebende Person versorgt ist.

Versicherungsschutz

Während der Reha zahlt die Rentenversicherung die Beiträge für die Unfallversicherung des Kindes. Der Versicherungsschutz umfasst nicht nur den Behandlungszeitraum, sondern gilt auch auf dem Weg zur und von der Rehabilitationseinrichtung. Wichtig: Diesen Versicherungsschutz besitzt die Begleitung nicht.