Darlehensvertrag für unterschiedliche Bedürfnisse
Ob es um den Kauf eines Gebrauchtwagens, eine neue Küche oder eine Eigentumswohnung geht – in der heutigen Zeit kommen viele Verbraucher nicht mehr darum herum, einen Kredit aufzunehmen, um sich ihre Wünsche zu erfüllen. Vor dem Abschluss eines Darlehensvertrages sollte der Verbraucher sich jedoch zunächst einmal über die unterschiedlichen Formen eines Darlehensvertrages informieren. Zu unterscheiden ist zwischen dem sogenannten endfälligen Darlehen, bei dem der Betrag nach Ende der Laufzeit insgesamt zurückgezahlt wird, und dem Tilgungsdarlehen. Das Festdarlehen (oder auch Fälligkeitsdarlehen) sind im Bereich der Verbraucherdarlehen eher selten. Verbreitet sind dagegen die Tilgungsdarlehen, auch Ratendarlehen oder Abzahlungsdarlehen genannt. In der Regel sind die monatlich zurückzuzahlenden Raten in der Höhe nicht konstant und werden zum Ende der Laufzeit hin niedriger. Anders liegt der Fall beim sogenannten Annuitätendarlehen. Hier bleibt die Höhe der Rückzahlungsraten während der Tilgungszeit konstant. Bei Verbrauchern ist das Annuitätendarlehen beliebt, da man hier eine schnelle Übersicht über die monatlichen Belastungen hat.

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Zinsen im Darlehensvertrag genau regeln
Der Zinssatz wird in der Regel nur auf eine bestimmte Zeit festgeschrieben, um den Parteien des Darlehensvertrages die Möglichkeit zu geben, den Zinssatz später noch anzupassen. Möglich ist auch die Vereinbarung eines variablen Zinsatzes. Es gibt noch weitere Gestaltungsmöglichkeiten eines Darlehenvertrages. Beim sogenannten Forward-Darlehen wird beispielsweise eine gewisse Vorlaufszeit bis zur Auszahlung vereinbart. Bis zu 60 Monate kann es dann dauern, bis der Darlehensbetrag ausgezahlt wird. Der Vorteil für den Darlehensnehmer ist, dass vor der Auszahlung keine Kredit- oder Bereitstellungszinsen anfallen. Gleichzeitig sichert sich der Darlehensnehmer aber den aktuellen Zinsatz. Sinnvoll ist das Forward-Darlehen daher insbesondere, wenn man einen Anstieg der Zinsen erwartet. Da eine Änderung des Zinsatzes später in der Regel ausgeschlossen ist, wird das Forward-Darlehen häufig im Bereich der Anschlussfinanzierung gewählt. Aufgrund der Vielzahl von Darlehens- und Kreditformen, ist es für den Verbraucher besonders wichtig, dass er den Überblick über die unterschiedlichen Angebote erhält.

Informationspflichten bei Verbraucherkrediten
Die Konditionen der Rückzahlung und eventuell anfallende Nebenkosten sind eine unverzichtbare Kalkulationsgrundlage. Um den Verbraucher den Vergleich zu erleichtern, gibt es besondere Richtlinien für Verbraucherdarlehen. Davon spricht man, wenn es um die Aufnahme eines Darlehens durch einen Verbraucher geht, der von einer Bank oder einem anderen Kreditinstitut ein Darlehen bzw. einen Kredit erhält. Da (anders als bei Darlehensverträgen unter Privatleuten) der Verbraucher hier meist geschäftlich weniger erfahren ist, als der Darlehensgeber, besteht ein besonderer Schutz des Darlehensnehmers. So muss beispielsweise zwingend die Schriftform eingehalten werden. Auch müssen dem Darlehensnehmer eine Reihe von Informationen gegeben werden, die es ihm ermöglichen das Risiko objektiv abzuschätzen und unterschiedliche Darlehensangebote untereinander zu vergleichen. In der Regel muss dem Kreditnehmer eine Übersicht über die wesentlichen Eckpunkte des Kreditvertrages überreicht werden, die sogenannten „Europäischen Standardinformationen für Verbraucherkredite“.

Darlehensverträge immer in Schriftform
Bei einem Darlehen unter Privatleuten entfallen die genannten Informationspflichten. Dennoch sollten Sie niemals auf einen schriftlichen Darlehensvertrag verzichten, selbst wenn Sie im engsten Familienkreis Geld verleihen. Geklärt werden sollte beispielsweise, ob für das Privatdarlehen Zinsen anfallen sollen oder nicht. Ist eine Verzinsung gewünscht, sollte die Höhe des Zinses festgelegt werden. Orientieren sollte man sich am Basiszinssatz. Auch die Frage der Tilgung sollte eindeutig geklärt werden. Soll diese in Raten erfolgen, dann ist ggf. klarzustellen, ob hier zunächst die Zinsen zu tilgen sind. Häufig werden zinslose Darlehen vereinbar. In dem Fall sollte klargestellt werden, wann die Rückzahlung des Darlehens spätestens zu erfolgen hat. In der Regel sollte dem Darlehensnehmer freigestellt werden auch schon vorher Rückzahlungen leisten zu dürfen, sofern nicht ohnehin feste Raten vereinbart werden. Insgesamt ist die Tilgungsmöglichkeit unter Privatleuteten flexibler möglich. Dennoch muss geklärt werden, was im Fall eines Zahlungsverzugs passieren soll. Viele Darlehensgeber fordern vom Darlehensnehmer eine Sicherheit, die Fälle eines völligen Zahlungsausfalls absichern soll. In Frage kommt etwa eine Sicherungsübereignung an Fahrzeugen oder Wertgegenständen. Auch eine Sicherungsabtretung kommt in Betracht, etwa bezüglich einer Lebensversicherung. Falls keine Sicherheiten geleistet werden, sollte dies ausdrücklich im Vertrag vermerkt werden.