Der Lebenslauf einer Bewerbung

8. Februar 2016

Lebenslauf einer Bewerbung: Informieren Sie sich vorab über die Anforderungen

Lebenslauf einer Bewerbung: Informieren Sie sich vorab über die Anforderungen

Im heutigen Sprachgebrauch versteht man unter einer Vita (lat. für „Leben“) eher den Lebenslauf einer Bewerbung. Das Dokument ist der wichtigste Teil einer Bewerbung und erhält von den Personalverantwortlichen am meisten Aufmerksamkeit. Ein kurzer Augenblick entscheidet darüber, ob die Bewerberin bzw. der Bewerber weiter kommt oder die Bewerbung gleich im Papierkorb landet. Der Bedeutung entsprechend, gibt es zum Thema Lebenslauf viele offene Fragen. Es gibt Menschen, die schon in frühen Jahren beginnen mit viel Disziplin und Ehrgeiz an einem perfekten Lebenslauf zu feilen. Anderen wurde ein Talent in die Wiege gelegt und ihr ebenso perfekter Lebenslauf gestaltet sich ganz einfach, in dem sie schon immer das taten was ihnen am meisten Spaß macht. Leider gehören die Meisten weder zur Kategorie unbegrenzter Disziplin noch zum geborenen Supertalent. Für die Mehrheit der Bewerber ist es deshalb umso wichtiger sich vor dem Abfassen einer Bewerbung und insbesondere vor dem Erstellen eines Lebenslaufs, sich über die Anforderungen zu informieren und diese dann auch umzusetzen.

Aufbau und Gestaltung eines Lebenslaufes

Wie das Anschreiben selbst, sollte der Lebenslauf selbstverständlich ordentlich, übersichtlich und strukturiert aufgebaut sein. Im besten Fall stellen Anschreiben und Lebenslauf eine Einheit dar. Sie sollten stimmig sein. Der Lebenslauf wird üblicherweise in tabellarischer Form verfasst und listet die wesentlichen Fakten auf. Kommentare, Hinweise oder sonstige Anmerkungen haben deshalb im Lebenslauf nichts zu suchen. Wie der passende Lebenslauf gestaltet wird, hängt vom Hintergrund des Bewerbers und der angestrebten Position ab. So kann der Lebenslauf von einem Webdesigner einen Tick exzentrischer und damit mutiger gestaltet werden, als der Lebenslauf eines Rechtsanwalts. Ein Informatiker wird wahrscheinlich mehr berufsrelevante Fertigkeiten aufzuzeigen haben, als der Jurist. Der Lebenslauf muss an diese Besonderheiten angepasst werden. Ein Bewerber muss sich vor Augen führen in welchem Umfeld er durch diese Bewerbung künftig arbeiten wird, dann wird sich auch das richtige Maß für ein Anschreiben und den Lebenslauf finden.

Was gehört in den Lebenslauf? Und was nicht?

formblitz-lebenslauf-downloadGrundsätzlich gilt, je älter die Fakten sind, desto irrelevanter sind sie. Ob jedoch mit der Schule begonnen wird oder mit der letzten Berufserfahrung ist Geschmackssache. Wichtiger ist, dass der Inhalt einen Mehrwert liefert und nur die wichtigsten Punkte erwähnt werden. Inhaltlich sollten auf jeden Fall die Persönlichen Daten genannt werden. Anschließend die relevanten Erfahrungen wie der berufliche Werdegang oder die berufliche bzw. akademische Ausbildung sowie Weiterbildungen oder Sprachkenntnisse. Der Lebenslauf sollte keine Lücken aufweisen. Die wenigsten haben ihre Erfahrungen nahtlos gesammelt. Es gibt aber für jede Lücke eine Erklärung und die ist wichtig. Dem Personalverantwortlichen sollte kein zu großer Spielraum für etwaige Spekulationen gelassen werden. Der „leere“ Zeitraum sollte deshalb beschrieben werden. Einige Monate zum Reisen können dem Lebenslauf etwas sehr Positives abgewinnen, aber auch eine Orientierungsphase ist besser als die leere Lücke. Auf keinen Fall sollte im Lebenslauf gelogen werden. Wer also nie in Asien war sollte seine Lücke auch nicht mit einer Südostasienreise begründen. Das geht in den wenigsten Fällen gut. Außerdem kann die Lüge im Lebenslauf eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen. Im Lebenslauf sollten ferner keine Familieninformationen mitgeteilt werden, etwa ob der Bewerber ledig ist oder die Bewerberin Kinder hat. Ob die Mutter Hausfrau oder mittlerweile auch schon in Rente ist, interessiert den potentiellen Arbeitgeber auch nicht. Alle Informationen die für den begehrten Arbeitsplatz nicht relevant sind, gehören auch nicht in den Lebenslauf.

Hobbys und Interessen im Lebenslauf

Oft wird gefragt, ob Hobbys im Lebenslauf zu nennen sind. Eine pauschale und richtige Antwort gibt es hierzu nicht. Die Antwort hängt von dem jeweiligen Hobby und dem begehrten Arbeitsplatz ab. Auf jeden Fall ist aber besser von Hobbys als von Interessen zu sprechen. Die jeweiligen Interessen können die persönlichen Eigenschaften des Bewerbers unterstreichen. Eine Mannschaftssportart ist deshalb für einen Bewerber der einen ausgeprägten Teamgeist oder auch soziales Engagement mitbringen soll von Vorteil. Werden zu viele Hobbys bzw. Interessen genannt, könnte dies dem Arbeitgeber vermitteln, dem Bewerber verbliebe für die eigentliche Position gar keine Zeit mehr. Alles in allem, kann es sehr positiv sein, die Interessen zu nennen. Allerdings nicht, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was sie dem potentiellen Arbeitgeber vermitteln könnten. Jeder Lebenslauf gibt dem Arbeitgeber einen ersten Eindruck und soll ihn neugierig machen. So wird er verleitet einen zum nächsten Schritt – nämlich dem Bewerbungsgespräch – einzuladen. Beim Verfassen des Lebenslaufs sollte dabei immer an die Botschaft gedacht werden, die dem Arbeitgeber zukommen soll. Und obwohl immer, überall und von jedem darauf hingewiesen wird, dass formale Fehler in der Bewerbung absolut nicht vorkommen dürfen, sind sie die zweithäufigste Fehlerquelle. Ein Arbeitgeber sieht aber nichts weniger gern, als wenn der potentielle Arbeitnehmer schon bei der Bewerbung geschlampt und zu wenig oder gar keine Liebesmüh investiert hat. Nicht nur durch den Inhalt sondern eben auch durch die optische Darstellung, kann sich der Arbeitgeber ein Bild vom Bewerber machen. Den gewonnenen Eindruck hat der Arbeitgeber bis zum Vorstellungsgespräch vor Augen. Genau aus diesem Grund, sollte man bemüht sein bereits im Lebenslauf ein ordentliches Bild abzugeben.

Bild: © Photographee.eu / Fotolia.com

Ramona Michelberger

Über Ramona Michelberger

Ramona Michelberger studierte Rechtswissenschaften in Konstanz. Ihr Referendariat absolvierte sie am Kammergericht Berlin. Seither arbeitet sie als Online-Redakteurin und Rechtsanwältin.

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