Kündigung einer Kreditkarte: Was ist zu beachten?

17. November 2015

Keine hohen Anforderungen an Kündigung einer Kreditkarte

Kreditkarte kündigen - Vorlage

Die Kündigungsfrist für eine Kreditkarte ist meist in den AGB geregelt

Die Gründe weshalb ein Verbraucher seine Kreditkarte kündigen möchte sind vielfältig. Nicht zuletzt wird oftmals gekündigt, weil ein anderer Anbieter bessere Konditionen für einen Kreditkartenvertrag verspricht. An eine Kündigung werden dabei keine hohen Anforderungen gestellt. Wichtig ist, dass die Kündigung schriftlich erfolgt. Nur durch eine schriftliche Kündigung kann der Vertrag mit der Bank oder dem Kreditkartenunternehmen wirksam gekündigt werden. Was muss in die Kündigung? Der Inhalt einer Kündigung ergibt sich bereits daraus, dass der Kündigungsempfänger wissen muss, mit wem genau er es zu tun hat und welche Geschäftsverbindung gekündigt werden soll. Dem Kündigungsempfänger ist deshalb der vollständige Name und die Anschrift mitzuteilen. Damit gewährleistet werden kann, dass die Kündigung nicht durch irgendeinen Dritten, sondern vom Vertragspartner selbst erfolgt, muss die Kündigung vom Inhaber der Kreditkarte unterschrieben werden. Immer mehr Kreditkartennutzer verfügen über mehrere Karten, haben eine Ersatzkarte oder wegen Ablauf der alten eine neue Karte zugesandt bekommen. Deshalb muss dem Kündigungsempfänger noch mitgeteilt werden um welche Kreditkarte es sich genau handelt. Hierzu ist die Kreditkartennummer und das Gültigkeitsdatum erforderlich. Zu guter Letzt soll der gewünschte Beendigungszeitpunkt angegeben werden. Am Besten fordern Sie den Vertragspartner noch dazu auf, Ihnen die Kündigung zu bestätigen und senden das Kündigungsschreiben per Einschreiben.

Vorlage zur Kündigung einer Kreditkarte

Über den Bildlink finden Sie eine Vorlage zum Kündigen einer Kreditkarte als Download

An wen muss ich die Kündigung richten? An wen die Kündigung gerichtet werden muss, ergibt sich aus den Vertragsunterlagen. Diese sind vor einer Kündigung deshalb genau durchzulesen. Unterschieden werden muss zwischen Kreditkarten die von einer Bank oder Sparkasse ausgegeben werden und denen die der Kunde direkt von einer Kreditkartengesellschaft erhält. Eine American Express erhält man beispielsweise nur direkt von der Kreditkartengesellschaft American Express. Eine Mastercard oder Visa, erhält man normalerweise durch die eigene Bank. Diese Kreditkartengesellschaften stellen selbst keine Karten aus. In diesem Fall ist die Kündigung auch direkt an die ausstellende Bank und nicht an Mastercard oder Visa zu richten. Bei der American Express hingegen ist die Kündigung an das Kreditkartenunternehmen selbst zu richten. Welche Kündigungsfristen gelten? Die Kündigungsfrist für eine Kreditkarte ist meist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen geregelt. Diese Frist sollte zunächst eingehalten werden. Erscheint Ihnen diese Frist jedoch zu lange oder haben Sie die von Ihrem Kreditinstitut festgesetzte Frist verstreichen lassen, kann die Kreditkarte auch mit einer Kündigungsfrist von einem Monat gekündigt werden. Das liegt daran, dass im September 2009 eine Richtlinie – die Zahlungsdiensterichtlinie – in Kraft getreten ist und seit dem die Kündigungen von Kreditkarten vereinheitlicht wurden. Die Kündigungsfrist darf danach maximal einen Monat betragen. Was muss nach der Kündigung beachtet werden? Manche Kreditkarteninstitute möchten die Kreditkarte zurück haben. Sofern Sie die Karte bis zum Ende der Kündigungsfrist nicht mehr benutzen, können Sie deshalb die Karte gleich mit der Kündigung an den Kreditkartenanbieter zurücksenden. Damit sie nicht in falsche Hände gerät, ist dringend zu empfehlen, den Chip der Karte mit einer Scheere durchzuschneiden. Sofern dem Kreditkartenunternehmen eine Einzugsermächtigung zur Tilgung der offenen Salden gewährt wurde, muss diese widerrufen werden. Eine Restschuld auf der Kreditkarte muss selbstverständlich beglichen werden. Zahlen Sie für Ihre Kreditkarte eine Jahresgebühr, muss Ihnen der anteilige Betrag erstattet werden. Viele Anbieter schließen dies in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen zwar aus. Dieses Vorgehen ist jedoch nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main (Urteil vom 14.12.2000 – 1 U 108/99) unzulässig. Sollte Ihnen Ihr Kreditkartenanbieter deshalb die anteilige Erstattung verweigern, können Sie auf das vorgenannte Urteil verweisen.

 

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Heike Richter

Über Heike Richter

Heike Richter, Jahrgang 1970, gebürtig aus Schwerin. Hat an der Humboldt-Universität Berlin Rechtswissenschaften studiert. Danach freie Redakteurin mit den Themenschwerpunkten: Erbrecht, Patientenrecht, Familie, Vorsorge und Arbeitsrecht.