Höheres Unfallrisiko und weniger Effizienz – lange Arbeitszeiten haben negative Auswirkungen

Höheres Unfallrisiko und weniger Effizienz durch lange Arbeitszeiten

Mit zunehmender Arbeitszeit steigt das Fehler- und Unfallrisiko.

Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten bei einer vollen Stelle im Schnitt 41,5 Stunden pro Woche. Die individuelle Arbeitszeit einzelner Arbeitnehmer dagegen, liegt deutlich höher – 12% der Arbeitnehmer gaben 2014 an, mehr als 48 Stunden in der Woche zu arbeiten. Gerade bei Führungskräften liegt die wöchentliche Arbeitszeit oft über dem normalen Maß. Hier ist es jeder Dritte (38%), der mehr als 48 Stunden pro Woche am Arbeitsplatz verbringt.

Gerade Führungskräfte und Selbstständige arbeiten – laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes von 2014 – oft auch am Sonntag.

Das Problem dieser hohen Arbeitszeiten? Mit einer zunehmenden wöchentlichen Arbeitszeit steigt das Fehler- und das Unfallrisiko. Arbeitnehmer werden damit also einem höheren Gesundheitsrisiko ausgesetzt – und setzen auch ihre Kollegen diesem Risiko aus.

Optimale Arbeitszeit? Schwer zu sagen!

Es ist schwierig zu sagen, welche Arbeitszeit genau optimal wäre, um das Unfallrisiko minimal zu halten. Dafür hängt der Wert von zu vielen unterschiedlichen Parametern ab. Einerseits spielt die Pausenzeit eine Rolle, andererseits ist es aber auch wichtig, wie genau die Pausen über den Tag verteilt sind. Auch die persönliche Belastbarkeit des Arbeitnehmers und die Komplexität der zu bewältigenden Aufgabe spielen eine entscheidende Rolle.

Zusätzlich werden die Effizienz und das Unfallrisiko auch vom Stressfaktor des Arbeitnehmers beeinflusst. Ein hoher Leistungs- und Termindruck spielen zum Beispiel eine wichtige Rolle (ungünstigerweise verspüren allerdings ca. 70% der Arbeitnehmer eben diesen Druck). Auch die Ausübung von verschiedenen Arbeiten (beklagt durch ebenfalls 70% der Arbeitnehmer), oder häufige Unterbrechungen (52% der Arbeitnehmer) beeinflussen Arbeitnehmer in ihrem Stressempfinden.

Unabhängig davon, selbst unter optimalen Arbeitsbedingungen, zeigen Studien, dass ab der siebten, spätestens der achten Arbeitsstunde die Leistungsfähigkeit und die Effizienz abnimmt. Ab der achten Arbeitsstunde steigt auch das Unfallrisiko dramatisch an.

Psychische Belastungen durch lange Arbeitszeit?

Außerdem gibt es die Vermutung, dass lange Arbeitszeiten, psychische Belastungen und gesundheitliche Gefahren in einem deutlichen Zusammenhang stehen. Beschäftigte die mehr arbeiten, klagen statistisch gesehen auch öfter über gesundheitliche Beschwerden. Besonders Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Beeinträchtigungen und Probleme mit dem Tages-Nacht-Rhythmus werden vermehrt beobachtet. Auch Konflikte im privaten Bereich nehmen mit steigender Arbeitszeit zu.

All diese Befunde deuten auf eins hin: Eine höhere Arbeitszeit ist nicht nur für den Arbeitnehmer sondern auch für dessen Kollegen und Kolleginnen gefährlich, erhöht das Unfallrisiko und mindert die Effizienz. Zusätzlich sorgt eine große zeitliche Arbeitsbelastung auch in dem Fall dass kein Unfall passiert, für eine größere gesundheitliche Belastung.

Das beste Konzept zum Arbeitsschutz versagt bei zu hoher Belastung

Rückschlüsse lassen sich einfach ziehen: Zumindest extreme Arbeitszeiten, Richtung 50 Stunden, sollten möglichst vermieden werden – im Sinne der eigenen Gesundheit. Ein noch so gutes Arbeitssicherheitskonzept versagt bei zu hoher zeitlicher Arbeitsbelastung.

 

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