Gewinnspiel auf Facebook: Mit passenden Teilnahmebedingungen auf der sicheren Seite

7. April 2016
Gewinnspiele auf Facebook

Effektive und kostengünstige Kundenbindung: Gewinnspiele auf Facebook

Für bereits etablierte Unternehmen aber auch für Existenzgründer ist die Facebook-Unternehmensseite eine vielversprechende Methode um direkten Kontakt zu bestimmten Zielgruppen aufzunehmen. Es ist das wichtigste Netzwerk für Unternehmen überhaupt.

Eine Möglichkeit, um auf sich aufmerksam zu machen und präsent zu bleiben, bieten dabei Gewinnspiele. Mit meist geringem Aufwand kann ein großes Publikum erreicht werden. Der folgende Beitrag soll einen Überblick über die rechtlichen Stolpersteine schaffen. Wer sich an die Spielregeln hält, kann durch ein gut aufbereitetes Gewinnspiel auf sein Unternehmen aufmerksam machen und neue Kunden an sich binden.

Keine Gewinnspiel-App mehr nötig

Facebook hat die Richtlinien für Gewinnspiele wesentlich gelockert. Dennoch müssen stets die aktuellen Anforderungen eingehalten werden. Eingeschränkt wird der Gestaltungsspielraum auch durch das Wettbewerbs- und Datenschutzrecht. Wer auf seiner Unternehmensseite gegen diese Normen verstößt, verletzt gleichzeitig auch die Richtlinien von Facebook.

Verbraucherfreundlich muss es sein

Generell gilt: die Teilnahmebedingungen für ein Gewinnspiel auf Facebook müssen klar und eindeutig sein. Wie in vielen anderen Bereichen muss also auch hier alles getan werden, um bei einem Verbraucher keine falschen Erwartungen hervorzurufen. Dazu sollte in den zum Gewinnspiel gehörenden Teilnahmebedingungen folgendes unbedingt geregelt werden:

  • Beginn und Ende des Gewinnspiels
  • Termin an dem die Gewinner ermittelt werden
  • Kriterien wonach die Gewinner ermittelt werden
  • Gewinn muss genau beschrieben werden
  • Information darüber, wie die Gewinne zu den Gewinnern gelangen
  • Wer an dem Gewinnspiel teilnehmen darf und wer nicht
  • Hinweis, dass durch bestimmte Handlungen die Gewinnwahrscheinlichkeit nicht beeinflusst werden kann
  • Hinweis zur Verwendung der Daten
  • Hinweis: Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Damit die Verbraucher die Möglichkeit haben sich (im Vorfeld) zu informieren, müssen die Teilnahmebedingungen von der Gewinnspielseite aus erreichbar sein. § 6 Absatz 1 Nr. 4 Telemediengesetz (TMG) bestimmt, dass die Teilnahmebedingungen leicht zugänglich sein müssen. Wird das Gewinnspiel auf der Chronik gepostet, sollten die Bedingungen dort eingepflegt werden. Ausreichend ist es aber auch, einen Link einzufügen, der zu den Teilnahmebedingungen – etwa auf der eigentlichen Internetseite des Unternehmens – führt. Dasselbe gilt für die Datenschutzbestimmungen zu dem Gewinnspiel.

Wettbewerbsverstöße vermeiden

Aus den Bedingungen muss – wie oben bereits angesprochen – hervorgehen, wie die Gewinner ermittelt werden. Damit die Verbraucher keine unnötigen Handlungen begehen, um dem Gewinn näher zu kommen, ist auch der Hinweis ratsam, dass durch anderweitige Handlungen die Gewinnchancen nicht erhöht werden. Durch diese Anmerkung, wird die Entscheidungsfreiheit des Verbrauchers sichergestellt. Selbstverständlich muss der Gewinn tatsächlich vorhanden sein. Alles andere wäre Betrug. Sollten für den Verbraucher durch den Gewinn irgendwelche zusätzlichen Kosten entstehen, etwa weil von ihm verlangt wird, das gewonnene Möbelstück selbst abzuholen und zu transportieren oder die Anreise zum gewonnenen Hotelaufenthalt selbst zu organisieren, muss er darüber informiert werden. Das Gewinnspiel darf für den Verbraucher keine versteckten Kosten enthalten.

„Like-Button“

Bei einem Gewinnspiel auf Facebook darf der „Like-Button“ mit einbezogen werden. Entweder es nimmt jeder, der einen bestimmten Beitrag oder die Facebook-Seite des Gewinnspielanbieters liked, an dem Gewinnspiel teil oder es wird ein Voting durchgeführt. Hierbei werden mehrere Beiträge oder Bilder angeboten und das mit den meisten „likes“ gewinnt. Es ist auch erlaubt, alle bereits vorhandenen Fans miteinzubeziehen. Eine ausdrückliche Zustimmung von ihnen ist nicht erforderlich. Es ist deshalb auch möglich einen Gewinn unter allen Fans für den Fall zu verlosen, dass eine bestimmte Anzahl an Fans erreicht wird.

Kein Einsatz auf privaten Chroniken

Ausgeschlossen ist es, die private Chronik der Verbraucher bei einem Gewinnspiel mit einzubeziehen. Sie dürfen deshalb weder aufgefordert werden, einen Beitrag auf der eigenen Chronik noch bei Freunden zu teilen. Auch das Markieren (sog. „tagging“) auf Fotos, um an einem Gewinnspiel teil zu nehmen ist nicht erlaubt. In keiner Weise dürfen private Chroniken zweckentfremdet werden. Unzulässig ist deshalb auch die Aufforderung, einen Kommentar mit der Markierung #Hashtag# abzugeben, um am Gewinnspiel teilzunehmen.

Wie erfahren Gewinner von ihrem Glück?

Verlief die Gewinnspielaktion erfolgreich und stehen die Gewinner fest, dürfen sie nicht einfach durch private Nachricht angeschrieben werden. Dies würde eine unzulässige und unaufgeforderte Werbung per elektronischer Post im Sinne des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) darstellen. Teilweise wird die Ansicht vertreten, die Gewinner dürften direkt angeschrieben werden, wenn in der Benachrichtigung auf jegliche Werbung und Hinweise auf Produkte verzichtet wird. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten die Verbraucher in den Teilnahmebedingungen aufgefordert werden, sich innerhalb einer bestimmten Frist zu melden, sobald sie als Gewinner auf der Facebook-Seite des Unternehmens bekannt gegeben werden.

Facebook-Ausschlussklausel – muss das sein?

Ja, Facebook besteht auf den sog. „Facebook-Disclaimer“. Eine Ausschlussklausel in den Teilnahmebedingungen soll die Verbraucher darüber informieren, dass Facebook in keinerlei Bezug zu dem Gewinnspiel steht und auch als Ansprechpartner nicht zur Verfügung steht.

Zu guter Letzt, …

… sollte an die Impressumspflicht gedacht, sowie in die Teilnahmebedingungen eine Datenschutzerklärung eingebunden werden, in der die Nutzer erfahren, was mit den erhobenen Daten passiert. Auch der Hinweis „Der Rechtsweg ist ausgeschlossen“ sollte nie fehlen, wenn die Haftung wegen Unregelmäßigkeiten des Gewinnspiels oder dessen Einstellungen ausgeschlossen werden soll.

 

Bild: © alphaspirit / Fotolia.com
Ramona Michelberger

Über Ramona Michelberger

Ramona Michelberger studierte Rechtswissenschaften in Konstanz. Ihr Referendariat absolvierte sie am Kammergericht Berlin. Seither arbeitet sie als Online-Redakteurin und Rechtsanwältin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.