Vorsorge G21: Alles Wichtige zur Vorsorgeuntersuchung „Kältearbeit“

Deutschland hat rund eine Millionen Kältearbeitsplätze, die meisten davon in der Nahrungsmittelindustrie.

Am Arbeitsplatz lauern die unterschiedlichsten Gefahren auf uns: Beim Feuerwehrmann ist es die enorme Hitze, bei dem Handwerker schwere körperliche Arbeit und Lärm, bei der Ärztin die drohenden Infektionen. 
An anderen Arbeitsplätzen schädigt der monotone Bildschirm unsere Augen, in Kühlhäusern und in der Lebensmittelindustrie ist es die Kälte, die uns zusetzt.

Arbeitssicherheit wird in Deutschland großgeschrieben

Deutschland ist jedoch bezüglich der Arbeitssicherheit eines der sichersten Länder der Welt. Für praktisch jede erdenkliche Gefahr gibt es eine Vorsorgeuntersuchung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Gegen den Lärm die G20, präventiv gegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems die G46. Für Bildschirmarbeit die G37 – und nicht zuletzt die G30 für Hitze- und die G21-Vorsorgeuntersuchung für Kältearbeit.

Letzterer wollen wir uns heute widmen: Was beinhaltet die G21-Untersuchung, wann muss sie absolviert werden?

Die G21-Untersuchung: Schutz für 1.000.000 Kältearbeitsplätze in Deutschland

Rund eine Millionen Kältearbeitsplätze verteilen sich über Deutschland. Die meisten davon in der Herstellung, Verarbeitung und Lagerung von Nahrungsmitteln. Der typische Kältearbeitsplatz ist ein Arbeitsplatz im Kühlhaus – hier herrschen Temperaturen von -10 bis -30° Celsius.

Ab einer Temperatur von -25°C wird eine arbeitsmedizinische Vorsorge Pflicht.

Warum ist eine Vorsorgeuntersuchung an Kältearbeitsplätzen sinnvoll?

Spätestens ab den beschriebenen Temperaturen von -25°C bestehen langfristige Risiken für den menschlichen Körper. Unterkühlungen im Gesichts-, Hand- und Fußbereich, sowie eine Minderdurchblutung von Haut und Extremitäten treten in diesen Temperaturbereichen auf. Außerdem besteht durch die langfristige Kälteexposition ein erhöhtes Risiko chronischer Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, der Harnorgane, der Atemwegsorgane, sowie der Gefäßsysteme.
Weil die Kältebelastung außerdem die Genesung von vorhandenen Krankheiten verzögert, ist es äußerst wichtig, dass vor Aufnahme der Krankheit der Gesundheitsstatus des Arbeitnehmers gecheckt wird.
Letztendlich wird durch die Kälte eine Abnahme des Reaktionsvermögens und der Aufmerksamkeit erwirkt. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls. Genau aus diesem Grund ist die körperliche Fitness und Gesundheit von Arbeitnehmern an Kältearbeitsplätzen besonders wichtig.

Welche Inhalte umfasst die G21-Untersuchung?

Die ca. 30 Minuten andauernde G 21 Vorsorge umfasst ein ausführliches Gespräch mit einem Betriebsarzt sowie eine ärztliche Untersuchung. Nach dieser gründlichen Anamnese wird außerdem ein Urintest durchgeführt. Bei Bedarf wird außerdem ein Lungenfunktionstest sowie ein Ruhe-EKG in die G 21-Untersuchung integriert.
Außerdem kann eine Beratung bezüglich kältespezifischer Schutzkleidung erfolgen.
Der Betriebsarzt kennt sich außerdem mit Beschäftigungsverboten im Bereich der Kältearbeit aus: Jugendliche und werdende Mütter dürfen hier beispielsweise nicht arbeiten.

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