Welche Anforderungen gelten an ein rechtssicheres Testament?

Was auf keinen Fall fehlen sollte
Ein Testament kann privatschriftlich oder beim Notar erstellt werden. Das privatschriftliche Testament wird auch eigenhändiges Testament genannt. Es muss vollständig von Hand geschrieben werden. Ein am Computer oder mit der Schreibmaschine erstelltes Testament ist unwirksam. Das gilt auch für den Fall in dem ein Testament teils am Computer und teils von Hand geschrieben wurde. Ergibt der von Hand geschriebene Abschnitt einen in sich geschlossenen Sinn, ist dieser Teil des Testaments wirksam. Der am Computer gefertigte Abschnitt ist auf alle Fälle unwirksam. Wichtig ist es das Testament am Ende zu unterschreiben und auch Ort und Datum anzugeben. Das Datum ist besonders in den Fällen wichtig, in denen bereits ein Testament existiert. Um den Willen des Erblassers erforschen zu können, ist es wichtig zu wissen, welches Testament zuerst erstellt wurde. Sofern ein früheres Testament geändert oder gar widerrufen wird, sollte auf das vorherige Testament Bezug genommen und die Änderungen deutlich zum Ausdruck kommen. Das Testament kann selbstverständlich auch durch dessen Vernichtung widerrufen werden.

Gemeinschaftliches Testament

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Testament mit Enterbung

Einfaches Testament mit Enterbung & Pflichtteilsentzug

Berliner Testament Trennungslösung

Vorlage - Berliner Testament Trennungslösung


Die verschiedenen Anordnungen im Testament
Dem Erblasser ist es zunächst völlig frei gestellt, welche Anordnungen er in seinem Testament trifft. Das Gesetz sieht bestimmte Möglichkeiten vor deren Bedeutung bekannt sein sollten. Oft werden Bezeichnungen gewählt deren Bedeutung dem Verfasser unbekannt sind. Die gängigen Anordnungen sind das Vermächtnis, die Auflage und die Teilungsanordnung. Durch das Vermächtnis kann der Erblasser einer bestimmten Person einzelne Gegenstände übertragen ohne dass der Bedachte selbst Erbe wird. Durch das Vermächtnis erlangt er lediglich einen Anspruch gegen die Erben auf Herausgabe der Gegenstände. Regelt der Erblasser eine Auflage, fordert er eine Leistung von der bedachten Person. Der Bedachte muss dann eine bestimmte Aufgabe übernehmen und sich etwa um den Hund des Verstorbenen kümmern oder das Grab pflegen. In den meisten Fällen wird derjenige im Gegenzug durch ein Vermächtnis oder einen Erbteil bedacht. Eine Teilungsanordnung kommt in Betracht, wenn der Erblasser mehrere Erben einsetzt. Mit dem Erbfall werden die Erben eine Erbengemeinschaft und alle müssen sich zu gleichen Teilen um das Erbe kümmern. Sie haben die gleichen Pflichten und Rechte. Um Streit vorzubeugen, kann der Erblasser mit einer Teilungsanordnung anordnen, welcher Erbe welche Güter bekommen soll. Die Erben können dann nicht mehr selbst über die Aufteilung entscheiden.

Wie man das Ehegattentestament erstellt
Ausschließlich Ehegatten und eingetragene Lebenspartner können ein Ehegattentestament verfassen. In diesem wird vorgesehen, dass der eine Ehegatte den anderen beerbt. Sind Kinder vorhanden, werden diese meist ausgeschlossen und erben erst einmal nichts. Sie sollen erst nach dem Tod des Letztversterbenden erben. Den Pflichtteil können die Kinder dennoch schon beim Versterben des ersten Elternteils geltend machen. Um dies zu verhindern wird in vielen Ehegattentestamenten eine Pflichtteils-Strafklausel aufgenommen. Die Ehe muss zu dem Zeitpunkt zu dem das Ehegattentestament verfasst wird, rechtsgültig bestehen. Eine Verlobung ist nicht ausreichend. Auch zum Zeitpunkt des Erbfalls muss die Ehe noch bestehen. Das Ehegattentestament kann vor dem Notar oder privatschriftlich verfasst werden. Im zweiten Fall muss es aber zwingend eigenhändig geschrieben werden. Es ist ausreichend, dass einer der Ehegatten das Testament handschriftlich verfasst und der andere unter dem Testament erklärt, dass dies auch sein Wille sei. Das Ehegattentestament muss von beiden Ehegatten unterzeichnet sowie mit Ort und Datum versehen werden. Haben die Ehegatten zu einem früheren Zeitpunkt einen Ehevertrag geschlossen, können sie diesen durch das Ehegattentestament wieder aufheben und neue Regelungen treffen.

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Testament Digital

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Wie erstellt man das „Digitale Testament“?
Entgegen der Bezeichnung „Digitales Testament“ wird auch dieses Testament nicht digital, also nicht am Computer erstellt. Es muss wie jedes Testament handschriftlich oder vor einem Notar erstellt werden. Das „Digitale Testament“ wird nur den vielen Neuerungen gerecht, die unsere Konsumgesellschaft mit sich bringt. Viele und darunter auch viele wertvolle Dinge können heutzutage nicht einfach mehr in die Hand genommen werden. Sie existieren nur auf einer Festplatte oder sogar auf einem Server. Diese Dinge unterliegen unterschiedlichen Nutzungsrechten und können mal einfacher und teilweise sogar gar nicht auf die Erben übertragen werden. Die erste Hürde stellt oft schon der passwortgeschützte Computer dar. Benutzernamen und Passwort sollten deshalb im Testament hinterlegt werden. Der Erblasser hat auch die Möglichkeit nur einer bestimmten Person die Abwicklung zu übertragen. Bedacht werden sollten alle sozialen Netzwerke, Email-Konten, Cloud-Dienste und noch viele mehr. Werden den Erben die Zugangsdaten nicht mitgeteilt, haben sie in vielen Fällen gar keine Chance an vom Erblasser erworbene Medien zu gelangen.