Wie verbessere ich das BGM in meinem Unternehmen?

9. Juni 2017

Sowohl Mitarbeiter als auch Unternehmen profitieren vom BGM.

Was sind die Ziele des Betrieblichen Gesundheitsmanagements?

Die Ziele eines erfolgreichen Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) verteilen sich auf die Unternehmer- und die Mitarbeiterseite. Beide Parteien profitieren vom BGM: Die Mitarbeiter durch bessere Arbeitsbedingungen, eine optimierte Belastung und verbesserte Motivation. Das Unternehmen durch eine Steigerung der Produktivität und verbesserte Dienstleistung- und Produktqualität.

Die Inhalte des BGM

Die Inhalte des Betrieblichen Gesundheitsmanagements variieren je nach Unternehmen. Entsprechende Bereiche mit Verbesserungsbedarf sollten vor Beginn des BGMs ausführlich analysiert werden – von dieser Analyse hängen die Inhalte des Programms ab. Generell können aber folgende Bereiche abgedeckt werden:

  • flexible Arbeitszeitmodelle (Gleitzeit, Arbeitszeitkonten, Sabbaticals)
  • Führungskräfte-Entwicklungsprogramme
  • Maßnahmen zur Verbesserung des Betriebsklimas
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • gesunde Kantinenverpflegung
  • Implementierung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM)
  • Kurse für Rückenschule, Laufgruppen, ergonomische Schulungen
  • Gesundheit als Thema im Unternehmensleitbild
    Maßnahmen zur Förderung der Selbstverantwortung zur Gesundheitsförderung

    (Quelle: Leitfaden zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement des Verbandes deutscher Betriebs- und Werksärzte)

Analyse des BGMs im Unternehmen: Gefährdungsbeurteilung, Fehlzeiten, Umfragen

Einige wenige Analyseinstrumente reichen, um einen Eindruck des BGMs im Unternehmen zu gewinnen: Die Gefährdungsbeurteilung, Fehlzeiten, und Mitarbeiterbefragungen.

Die mit dem Betriebsarzt erstellte Gefährdungsbeurteilung gibt einen guten Überblick über das Thema Sicherheit im Unternehmen.

Eine Analyse der Fehlzeiten ergänzt den ersten Eindruck, den die Gefährdungsbeurteilung liefern kann. Häufen sich Fehlzeiten in bestimmten Betriebsbereichen, oder liegt die allgemeine Fehlzeit deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 15 Tagen pro Jahr pro Mitarbeiter, deutet auch dieses Indiz auf Verbesserungsbedarf hin.

Letztlich können anonyme Mitarbeiterbefragungen einen weiteren Hinweis auf ein schlechtes Arbeitsklima oder ungünstige Arbeitsbedingungen geben.

Das 3-Säulen-Modell: So wird Ihr BGM erstklassig

Das 3-Säulen-Modell ist eines der bekanntesten Modelle zur Umsetzung von betrieblichem Gesundheitsmanagement. Die unterschiedlichen Säulen des Modells beziehen sich auf die Mitarbeiter, Arbeitsbedingungen sowie auf die Unternehmensstruktur.

Nur bei einer Fokussierung auf alle drei Säulen, kann ein erfolgreiches BGM umgesetzt werden.

Die erste Säule (die Mitarbeiter-Säule), konzentriert sich vor allem auf die Verhaltensprävention: Wichtig sind in diesem Bereich also die Selbststeuerungs-Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter. Diese lässt sich beispielsweise durch Wirbelsäulenkurse, Stressbewältigungstrainings oder Sucht-Beratungen verbessern.

Säule Nummer 2 zielt auf den Aspekt der Verhältnisprävention. Der Begriff der Verhältnisprävention umfasst den Bereich der Arbeitsbedingungen – besonderer Fokus wird auf ergonomische Arbeitsbedingungen sowie eine gute Arbeitsorganisation gelegt.

Die dritte und letzte Säule beschäftigt sich mit der Systemprävention, deren Ziel ein gesundes Miteinander in der Arbeit mit den Kollegen ist. Unter anderem bieten sich in diesem Bereich Führungstrainings für Vorgesetzte an. Oder die Einführung bestimmter Unternehmensstandards, wenn es um Kommunikation untereinander geht.

Umsetzung des BGMs

Zur Umsetzung eines BGM-Programms im Unternehmen, ist es hilfreich (je nach Größe des Unternehmens), eine Arbeitsgruppe einzusetzen, welche die Eckdaten des Programms erarbeitet. Es bietet sich hierfür an, sowohl Personen der Chefetage, Mitglieder des Betriebsrates, den Betriebsarzt des Betriebs sowie die Mitarbeiter für Arbeitssicherheit in die Arbeitsgruppe zu integrieren.

Die Partizipation und eine frühzeitige Einbindung der Mitarbeiter entscheidet ebenfalls über den Erfolg des BGMs. Nur wenn die Angebote des BGMs – Kursangebote, Schulungen etc. – von den Mitarbeitern entsprechend angenommen werden, kann sich die Situation tatsächlich verbessern.

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