Arbeitsschutz im Zeitalter von Industrie 4.0

Die ständige Erreichbarkeit führt zwangsläufig zu stärkerer Belastung.

Kaum eine Diskussion über die Arbeitswelt von morgen, in der das Thema nicht angeschnitten wird: Industrie 4.0. Die nächste industrielle Revolution, sie wird nahezu jeden Arbeitsplatz in irgendeiner Art und Weise verändern. Dabei sind es nicht einfach nur Wertschöpfungsketten die in Bewegung geraten, nicht nur deutlich stärkere, räumliche Differenzierungen oder Arbeitsplätze die durch technologische Neuerungen einfach wegfallen. Nein, es sind vor allem auch veränderte, teilweise stärkere Belastungen für Arbeitnehmer.

Stärkere Belastung der Arbeitnehmer durch Industrie 4.0?

Arbeit wird durch Industrie 4.0 in immer größeren Maße zeitlich und räumlich entgrenzt (Stichwort: Ständige Erreichbarkeit). Die technologische Revolution geht einher mit deutlich stärkeren Kontrollmöglichkeiten der Arbeitskräfte, mit einem extrem beschleunigten technologischen Wandel.

Auch eine verstärkte Internationalisierung birgt neue Herausforderungen – sowohl im sprachlichen als auch kulturellen Austausch mit Kollegen, die womöglich am anderen Ende der Welt vor ihrem Rechner sitzen.

Ziele des “normalen” Arbeitsschutzes bleiben bestehen

Natürlich wird auch die vierte Industrielle Revolution den Arbeitsalltag nicht komplett aus den Angeln heben. Dementsprechend bleibt auch der Arbeitsschutz in seinen Grundzügen größtenteils enthalten. Die Verhütung von Arbeitsunfällen, der Schutz vor Berufskrankheiten und eine menschengerechte Gestaltung der Arbeit, wird also auch in Zukunft oberste Priorität haben. Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen werden von Betriebsärzten ausgeführt, Gefährdungsbeurteilungen in Kooperation von Betriebsärzten und Sicherheitsfachkräften erstellt – soweit bleibt alles gleich, der Schutz der Arbeitnehmern vor den täglichen Gefahren am Arbeitsplatz wird auch in Zukunft Bestand haben. Völlig egal ob es sich um die G42-Vorsorgeuntersuchungen gegen Infektionskrankheiten für medizinische Fachangestellte, um die G37-Vorsorgeuntersuchungen für Bildschirmarbeitsplätze oder um die G20-Untersuchung “Lärm” für Arbeitskräfte im Straßenbau handelt.

Was ändert sich durch Industrie 4.0?

Ganz klar, die „alten“ Aspekte des Arbeitsschutzes bleiben auch weiterhin erhalten – aber sie werden ergänzt! Durch ergonomische und sicherheitsspezifische Anforderungen an arbeitsunterstützende Technologien, zum Beispiel Exoskelette. Durch eine angepasste Arbeitszeitgestaltung. Oder durch eine stärkere Unterstützung bei psychischen Belastungen von Arbeitnehmern. Auch eine bessere Vernetzung von Betriebsärzten und Sicherheitsfachkräften – untereinander im Unternehmen, aber auch global betrachtet – wird im Streben nach besseren Arbeitsbedingungen unumgänglich sein.

Stärkere Vernetzung könnte für besseren Arbeitsschutz sorgen

Dabei geht es natürlich nicht nur um Arbeitsplätze in Deutschland oder Europa. Vor allem Länder, die in ihrer Entwicklung des Arbeitsschutzes noch nicht so weit sind wie wir, könnten von einer solchen Vernetzung in großem Maße profitieren. Und damit auch die jeweils betroffenen Arbeitskräfte. Denn während in Deutschland, Europa und den technologisierten Ländern der Erde Arbeitsschutz oft an erster Stelle steht, bietet sich vor allem in vielen Regionen Afrikas und Asiens oft noch ein völlig anderes Bild. Die Unterschiede zwischen diesen Gebieten sind frappierend. Die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer oft katastrophal.

Auch in diesem Bereich wird die Industrie 4.0 (hoffentlich) für Veränderungen sorgen. Maßnahmen zum Arbeitsschutz müssen hier genauso vernetzt werden, wie die Arbeit selber.

Neue Maßnahmen im Arbeitsschutz intensiv diskutiert

Im Endeffekt ändert sich der Arbeitsschutz für Arbeitnehmer durch die Industrie 4.0 in Deutschland also nur bedingt. Viele bewährte Methoden, wie zum Beispiel die Betreuung durch einen Betriebsarzt, werden Bestand haben, einige Änderungen den Arbeitsschutz ergänzen. Dabei geht es neben dem Arbeitsschutz an sich, immer mehr auch darum, ein attraktives Angebot für den Arbeitnehmer zu schaffen.
Einige solcher Aspekte werden teilweise schon jetzt umgesetzt, etwa flexible Arbeitszeiten oder HomeOffice-Regelungen. Andere intensiv diskutiert und in Zukunft ganz sicher einen wichtigen Bestandteil des Arbeitsschutzes bilden.

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