Arbeitsvertrag individuell vereinbaren
Viele Menschen sorgen sich, wenn ihnen am ersten Arbeitstag noch kein schriftlicher Arbeitsvertrag vorliegt. Aber: Auch ein mündlich abgeschlossener Arbeitsvertrag ist gültig. Denn der Arbeitnehmer soll davor geschützt werden, dass er im Vertrauen auf das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses Leistungen erbringt ohne den Schutz des Arbeitsrechts zu genießen. Schriftliche Arbeitsverträge sollten dennoch die Regel sein. Das Nachweisgesetz fordert nämlich vom Arbeitgeber, dass er seinen Mitarbeitern spätestens einen Monat nach Arbeitsantritt die wesentlichen Bedingungen des Arbeitsvertrages schriftlich mitteilt. Versäumt ein Arbeitgeber diese Schriftform, dann haftet er einerseits für den etwaigen Verzugsschaden, andererseits bekommt er im Fall von Streitigkeiten Beweisschwierigkeiten.

Gestaltung des Arbeitsvertrages
Beim Abschluss eines Arbeitsvertrages unterstellt der Gesetzgeber in der Regel, dass der Arbeitgeber in einer besseren Verhandlungsposition ist. Daher gibt es bei der Gestaltungsfreiheit des Arbeitsvertrages eine Vielzahl von Einschränkungen. Diese beruhen nicht nur auf den gesetzlichen Regelungen, sondern teilweise auch auf Tarifverträgen, sofern der Tarif auf das Arbeitsverhältnis anwendbar ist. Auch Inhalte von Betriebsvereinbarungen (in Betrieben mit Betriebsrat) müssen bei der Gestaltung des Arbeitsvertrages beachtet werden. Beschränkt ist etwa die Höchstdauer der Arbeitszeit am Tag. Im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) sind die Rahmenbedingungen für die Festlegung der Arbeitszeit im Arbeitsvertrag festgelegt. Auch die erforderlichen Ruhezeiten und Pausen, sind dort geregelt. In vielen Branchen wird diese Rahmenvorgabe des Gesetzes durch Tarifverträge präzisiert. Im Arbeitsvertrag kann man entweder die Arbeitszeiten direkt aufführen oder aber auf eine tarifliche Regelung verweisen.

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Mindesturlaub beachten
Auch bei der Urlaubsregelung sieht das Gesetz zum Schutz des Arbeitnehmers einen Mindeststandard vor. Jeder Arbeitnehmer, der fünf Tage in der Woche arbeitet, kann mindestens 20 Urlaubstage für sich beanspruchen. Der im Gesetz geregelte Mindesturlaub von 24 Tagen bezieht sich auf eine sechs Tage Woche. Ohne Einbeziehung von Feiertagen soll jeder Arbeitnehmer auf vier Wochen im Urlaub im Jahr kommen können. Der Mindesturlaub gilt übrigens auch für Teilzeitkräfte! Bei der Urlaubsberechnung kommt es immer auf die Anzahl der Wochenarbeitstage an, nicht auf die Anzahl der geleisteten Stunden am Tag.

Beendigung des Arbeitsvertrages
Ein Arbeitsvertrag kann in der Regel durch eine ordentliche oder eine außerordentliche Kündigung aufgelöst werden. Eine Ausnahme bildet der befristete Arbeitsvertrag. Laut Teilzeit- und Befristungsgesetz muss die Kündigungsmöglichkeit hierin ausdrücklich vereinbart werden, ansonsten endet der Vertrag erst mit Auslauf der Befristung. Auch durch einen einvernehmlichen Aufhebungsvertrag kann ein Arbeitsvertrag beendet werden. Nach Auslauf des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Aushändigung eines Arbeitszeugnisses, wie sich aus Paragraph 630 Bürgerliches Gesetzbuch ergibt. Das Arbeitszeugnis muss schriftlich ausgestellt werden. Eine E-Mail oder eine SMS genügt der Form nicht. Der Inhalt eines Arbeitszeugnisses ist in Paragraph 109 Gewerbeordnung definiert. Der Arbeitnehmer darf entscheiden, ob er ein einfaches Arbeitszeugnis wünscht, in dem nur der die Tätigkeit und ihre Dauer bezeichnet werden, oder ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis ist in der heutigen Zeit ein wichtiger Bestandteil der Bewerbungsunterlagen. Es enthält neben Eckpunkten des Arbeitsverhältnisses noch eine Beurteilung der Leistung und des Verhaltens des Arbeitnehmers. Um dem Arbeitnehmer das berufliche Fortkommen nicht zu erschweren, muss laut Rechtsprechung das Arbeitszeugnis wohlwollend formuliert werden. Es dürfen keine versteckten Geheimcodes verwendet werden. Die Formulierung muss klar und verständlich sein. Dennoch ist der Arbeitgeber nicht gezwungen einen Arbeitnehmer zu loben, der objektiv keine guten Leistungen erbracht hat. Insofern ist er zur Wahrheit verpflichtet. Am Auslassen eines besonderen Lobes kann der Leser erkennen, dass die Leistung den höchsten Ansprüchen nicht genügt hat, sondern allenfalls durchschnittlich war. Wenn Sie Muster Arbeitszeugnisse benutzen, stellen Sie sicher, dass Sie nur Formulierungen verwenden, die den Standards der Rechtsprechung entsprechen.